Chemnitzer Friedenstag 2019

5. März 2019 Chemnitzer Friedenstag

Dienstag, 05. März 2019

 
10:00 Uhr | Städtischer Friedhof
Kranzniederlegung und Gedenkveranstaltung am Mahnmal der Bombenopfer des 5. März
 
 
11:00 Uhr | Neumarkt
Eröffnung des Friedenskreuzes
 
Der Bürgerverein FUER CHEMNITZ e.V. und die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag bitten die Chemnitzerinnen und Chemnitzer um ihre FRIEDENSWÜNSCHE.
 
 
11:00 Uhr | Neumarkt
Kunstprojekt Chemnitzer Schulen
 
2018 sind in Workshops neue Banner entstanden, die rund um den Neumarkt an und in Gebäuden präsentiert werden.
(Aktion © / Montessori-Schule Chemnitz / Entdecker-Schule)
 
Veranstalter: Aktion ©
 
 
12:00 – 16:00 Uhr | Rathaus, Stadtverordnetensaal
„Kinder im Krieg“ (2018)
Filmvorführung zu jeder vollen Stunde
 
Der Film (30 Min.) hält die Geschichten von Chemnitzer Zeitzeugen fest, die den Zweiten Weltkrieg und das Bombardement auf die Stadt erlebten und zeigt eindrücklich, wie Kinder sich in Kriegszeiten fühlen und wie schwer es ist, diese Erlebnisse zu verarbeiten. Nach jeder Aufführung gibt es die Möglichkeit für ein Gespräch.
 
Veranstalter: Stadtverwaltung Chemnitz
 
 
13:00 Uhr | Neumarkt
Der Frieden hat viele Seiten
 
Chemnitzer Schülerinnen und Schüler der Sprachheilschule „Ernst Busch“, der Georg-Weerth-OS, der Rosa-Luxemburg-GS u.a. haben gemeinsam mit dem KJF e.V. Chemnitz ein Friedenspuzzle gestaltet.
ab 8 Jahre
 
 
14:00 Uhr | Neumarkt
Aktionsstand „Red-Hand-Day“ – Keine Kindersoldaten!
 
Die Rekrutierung von Kindern als Soldaten ist eines der großen Verbrechen der Gegenwart. Offiziell gibt es immer noch 250 000 Kindersoldaten. Sie werden ihrer schönsten Jahre beraubt, zum Töten abgerichtet und für ihr Leben traumatisiert. 2018 startete in Chemnitz eine Kampagne gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Eine Initiative der UNICEF-Hochschulgruppe Chemnitz, mit Frank Heinrich (MdB), Volkmar Zschocke (MdL) und Hubert Gintschel (MdS).
Aktionsstand „Abrüsten statt aufrüsten“ – eine Kampagne gegen Militarismus und Krieg
 
 
17:00 Uhr | Neumarkt
Friedenswege zum Neumarkt
 
Sie starten an verschiedenen Punkten. Sie führen an unterschiedlichen Häusern vorbei. Sie verlaufen nicht schnurgerade. Sie verzichten auf Gleichschritt. Sie erreichen dasselbe Ziel.
 
So sind die fünf Friedenswege am Chemnitzer Friedenstag ein starkes und dynamisches Zeichen. Es steht nicht für eine Konfrontation, sondern für den gemeinsamen konstruktiven Willen, „den Frieden zu suchen und ihm nachzujagen“, wie es in der kirchlichen Jahreslosung für 2019 aus der Bibel heißt. Und indem alle Friedenswege auf dem Chemnitzer Neumarkt ankommen, machen sie deutlich, dass unterschiedliche Ausgangspunkte und verschiedene Erfahrungen einem friedvollen Zusammenkommen letztlich nicht hinderlich sind.
 
Chemnitzerinnen, Chemnitzer und Gäste in der Stadt sind herzlich eingeladen, sich an einem der folgenden Ausgangspunkte einzufinden, um sich von dort aus gemeinsam auf den Weg zu machen:

  • Stadlerplatz
  • röm.-kath. Propsteikirche St. Johannes Nepomuk, Hohe Str. 1
  • ev.-method. Friedenskirche, Kaßbergstr. 30
  • ev.-luth. St. Petrikirche, Theaterplatz
  • ev.-luth. St. Markuskirche, Körnerplatz

Bevor am Zielort „Neumarkt“ 18.00 Uhr die Veranstaltung „Frieden im Dialog“ beginnt, gibt es ein kleines Vorprogramm.
 
Auch lädt das dort aufgestellte begehbare Friedenskreuz zum Besuch und zur Besinnung ein.
 
 
17:30 Uhr | Neumarkt
Carillon – Die Chemnitzer Friedensglocken
gespielt von Franzpeter Uhlig
 
 
18:00 Uhr | Neumarkt
„FRIEDEN IM DIALOG“
Chemnitz ist eine freundliche Stadt.
Zeigen wir das zum
CHEMNITZER FRIEDENSTAG!
KOMMEN – SEHEN – HÖREN – REDEN

 
Das Blechbläserensemble der Robert-Schumann-Philharmonie spielt von zwei Balkonen festliche Blasmusik, so dass ein Dialog zwischen den zwei Musikergruppen entsteht. Man erlebt solche herrliche Musik nur zu den Königlichen Hochzeiten (falls man eine Einladung bekommt!). Bekannte Menschen unserer Stadt sprechen in packenden Sätzen über Frieden aus verschiedenen Blickwinkeln… von „Frieden in Europa“ bis hin zu „Frieden für jeder mit sich“. Wir müssen das erleben! Und Sie?
Konzept: Nancy Gibson
 
 
19:30 Uhr | Schauspielhaus, Zieschestraße 28
„Septembren“ – Szenische Lesung
In der Reihe „Gemeinsam stärker“: Gastspiel aus dem Deutschen Theater Berlin

 
Das Stück setzt mit einer traumatisierenden Kriegssituation ein, die sich ins weitere Leben des Protagonisten einschreibt. Die Folge ist eine unglaubliche Radikalisierung und Eigendynamik, welche schwer zu durchbrechen ist – aus Krieg entsteht Krieg. – Für den Chemnitzer Friedenstag 2019 wurden großartige Künstler*innen gewonnen: Corinna Harfouch ist eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen, Kathleen Morgeneyer, als Schauspielerin am DT Berlin engagiert, wuchs in Chemnitz auf, der Musiker Hannes Gwisdek (Sound) begründete „Käptn Peng“ mit und der Bildende Künstler Helge Leiberg (Live-Malerei) schließlich nahm u. a. 2015 an der Biennale Venedig teil.
 
Mit Nachgespräch.
 
Karten unter: 0371 4000-430 und online unter www.theater-chemnitz.de
 
 
20:00 Uhr | Stadtkirche St. Jakobi, Jakobikirchplatz 1
Friedensgottesdienst
„Frieden im Dialog“
 
Mitwirkende: Superintendent Frank Manneschmidt, Predigt
Pfarrerin Dorothee Lücke, liturgische Texte
Toni Leuschner, Bandoneon
Sabine Petri, Klavier
St. Petri-Schloß-Kantorei
KMD Siegfried Petri, musikalische Leitung und Orgel
es erklingen Stücke von Martin Palmeri (aus „MISA A BUENOS AIRES“ – Tangomesse) und Johann Sebastian Bach
anschließend Gang zum Neumarkt
 
 
21:00 Uhr | Neumarkt
GEDENK- und GEBETSGELÄUT CHEMNITZER KIRCHEN

Chemnitzer Friedensimpulse 2019

3 Generationen trafen sich am 01.03.2019 im Chemnitzer Schauspielhaus zum Dialog über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.

Rolf Schneider wurde 1930 in Chemnitz geboren und war Leiter des Orchesters des Florian-Geyer-Ensembles in Karl-Marx-Stadt.

Stefan Tschöck ist Jahrgang 1957, Autor, Kulturbotschafter für die Kulturhauptstadtbewerbung von Chemnitz und Pressesprecher der CVAG.

Falko Kraus wurde 1982 geboren. Mit seinen Projekten Beatconnect und Spinnerei e.V. spielt er eine wichtige Rolle für junge Leute in Chemnitz.

Ahmad Mansour – Integration gescheitert?

Montag, 11. März 2019

15:00 Uhr | DAStietz, Moritzstraße 20
Muslimischer Antisemitismus in Deutschland
 
Der Psychologe und Buchautor Ahmad Mansour arbeitet seit vielen Jahren zum Thema muslimischer Antisemitismus und Radikalisierung bei Jugendlichen. Sein im Jahr 2018 erschienenes Buch „ Klartext zur Integration – Gegen falsche Toleranz und Panikmache“ sorgte für große Furore. Er warnt darin eindringlich vor falsch verstandener Toleranz und Relativierungen gegenüber antisemitischen Entgleisungen. Der Antisemitismus bei einem Teil der Migranten ist seiner Ansicht nach Ausdruck einer gescheiterten Integration in Deutschland. Damit provoziert er alle politischen und religiösen Lager.
 
Zeit mit ihm darüber ins Gespräch zu kommen! Verschließen wir wirklich die Augen vor den immensen Aufgaben, die eine erfolgreiche Integration mit sich bringt? Was können wir tun? Sind wir zu naiv? Darüber und über seine Vorschläge, wie Integration gelingen kann, wollen wir an diesem Abend diskutieren.
Wir freuen uns auf Ahmad Mansour, Psychologe und Autor, Berlin
Moderation: Eileen Mägel, Dresden
 
WICHTIG: Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung zwingend notwendig. Anmeldungen sind möglich über www.vhs-chemnitz.de oder persönlich zu den Öffnungszeiten der Volkshochschule. Sie erhalten von uns eine Anmeldebestätigung. Bitte bringen Sie unbedingt ein gültiges Ausweisdokument zur Veranstaltung mit! Personen ohne gültige Anmeldung erhalten keinen Zugang zur Veranstaltung.
 
Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.
Im Rahmen der Tage der jüdischen Kultur
 
Veranstalter: Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit der Volkshochschule Chemnitz

„ICH KNALL EUCH AB!“

Freitag, 15. März 2019

09:00 / 11:00 / 20:00 Uhr | Fritz-Theater, Kirchhoffstr. 34
Ein Theaterstück nach dem Buch von Morton Rhue, Inszenierung Weh / Weirauch.
 
Wenn wir uns eine perfekte Schule vorstellen, denken wir an eine Schule ohne Ausgrenzung, an eine Schule mit Zusammenhalt, Zivilcourage und an eine Schule, in der man sich gegenseitig im „Anderssein“ respektiert. Doch so etwas ist eher eine Seltenheit. Ben und Gary kennen das: Täglich werden sie von ihren Mitschülern schikaniert, terrorisiert und gedemütigt. Von den beliebten Sportlern der Schule werden sie nicht respektiert, von den Cliquen nicht akzeptiert und die Lehrer wollen das alles nicht sehen und nicht hören und gehen nicht zwischen die ständigen Streitereien und Prügeleien. Tag für Tag. Jeder Mensch ist nur bis zu einem bestimmten Punkt belastbar, und dieser wurde bei Ben und Gary überschritten. Die beiden sehen keinen anderen Ausweg, als bewaffnet die Turnhalle zu stürmen, um sich an denen zu rächen, die ihnen das Leben zur Hölle gemacht haben.
 
Es spielen Jugendliche im Alter von 11-15 Jahren aus verschiedenen Chemnitzer Schulen.
Weitere Termine: 16.3.2019, 20.00 Uhr • 17.3.2019, 16.00 Uhr
Eintritt: 12 € / 8 €, Gruppen ab 10 Pers. 6 € (Betreuer frei)

Antisemitismus im deutschen Rap

Dienstag, 19. März 2019

20:00 Uhr | Atomino, Moritzstraße 20
 
Lange Zeit wurde deutscher Rap vor allem wegen sexistischer oder homophober Texte kritisiert. Dies hat sich spätestens mit der Debatte um die Echoverleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang verlagert. Nun wird über die Frage gestritten: „Hat deutscher Rap ein Antisemitismus-Problem?“. Kristallisationspunkt der Debatte war eine Line auf dem neuen Album der beiden Rapper, in der es heißt: „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ (Album „Jung, brutal, gutaussehend 3“). Für die meisten Medien war der Fall klar und die Empörung groß. Sie unterstellten Kollegah und Farid Bang ein geschlossenes antisemitisches Weltbild und forderten vehement den Ausschluss der beiden von der Echoverleihung. So schrieb beispielsweise die Bild-Zeitung: „Einen Preis für antisemitischen Hass und Menschenfeindlichkeit?“ (04.04.2018) oder „Ihre Texte sind voller Gewalt und Antisemitismus.“ (29.03.2018). Im Kontext der Debatte wurden die Texte der beiden Rapper von einer Ethikkommission untersucht, welche letztendlich die zwei beim Echo zuließ, den sie dann auch in der Kategorie Hip-Hop/Urban gewannen. Der überwiegende Teil der Rap-Szene und vor allem der Fanbase solidarisierte sich wiederum beissreflexartig mit Kollegah und Farid Bang und verneinte vehement den Vorwurf des Antisemitismus. Die einhellige Meinung war hier, dass es sich lediglich um eine Battle-Rapzeile handele, die zwar vielleicht geschmacklos sein möge, deshalb aber nicht antisemitisch sei. Kollegah meinte dazu in einem Video auf seiner Facebook-Seite: „Hip-Hop ist so weit von Rassismus entfernt wie keine andere Kultur.“ Doch wie ist die Debatte einzuschätzen? Wer hat Recht? Transportieren Rapper wie Kollegah und Farid Bang antisemitische Stereotypen in ihren Songs, oder handelt es sich „nur“ um schlechten Battle-Rap? Also schlicht ein geschmackloser „Marketing-Trick“ oder ist Antisemitismus im deutschen Rap nun salonfähig geworden? Und müsste nicht eigentlich der Frage, inwiefern verschwörungstheoretische Denkweisen Antisemitismus im deutschen Rap begünstigen, mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden? Um ein besseres Verständnis über die Entwicklung des deutschen Rap zu bekommen, haben wir Marcus Staiger eingeladen. Als Journalist und ehemaliger Labelbetreiber von „Royal Bunker“ kennt er sich bestens aus im Rapgame. Mit ihm möchten wir darüber sprechen, ob deutscher Rap ein Problem mit Antisemitismus hat, worüber er auch einen Artikel für die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) verfasst hat (APuZ 9/2018). Darüber hinaus wollen wir die Frage stellen, inwieweit die Debatte um Antisemitismus im deutschen Rap einerseits Ausdruck eines gesamtgesellschaftlichen Problems ist und andererseits, wie durch rassistische Vorverurteilungen ein Teil der HipHop Szene diskriminiert wird, ohne sich mit ihren oft sozialkritischen Inhalten genauer auseinandersetzen zu müssen.
 
Im Rahmen der Tage der jüdischen Kultur