Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag

Die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag ist nicht institutionalisiert. Diese kleine Gruppe von Vertretern aus Kirche, Kunst und Wissenschaft verschiedener Generationen setzt seit vielen Jahren Friedensimpulse in unserer Stadt.

Ihr Ziel ist, dass der 5. März, der Jahrestag der Bombardierung von Chemnitz, ein Tag des Friedens sein und Chemnitz eine Stadt des Friedens werden soll.

Am 16. Januar 2002 bringen Hans-Jochen Vogel (Pfarrer i.R., † 2005) und Sabine Kühnrich (Sängerin) einen Aufruf zu einem Chemnitzer Friedenstag in die Öffentlichkeit, der von namhaften Chemnitzern unterschrieben wird. Gemeinsam mit Stephan Brenner (Pfarrer Bonhoeffer-Gemeinde), gründeten sie die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag, zu der heute auch Hartwig Albiro (ehem. Schauspieldirektor), Birgit Broszeit (Sozialarbeiterin), Nancy Gibson (Direktorin der Städtischen Musikschule), Etelka Kobuß (Ausländerbeauftragte), Sabine Kühnrich (Künstlerin), Christoph Magirius (Pfarrer i.R.; Ehrenbürger der Stadt Chemnitz), Gerald Richter (Architekt), Dr. Thomas Schuler (ehem. Direktor des Schloßbergmuseums), Heike Steege und Jürgen Tautz (Geschäftsführer der AWO Chemnitz) gehören.

2002 wird auf Initiative der Arbeitsgruppe zum ersten Mal der Chemnitzer Friedenstag begangen: noch relativ bescheiden, mit nur einer Veranstaltung, den „Chemnitzer Friedensimpulsen“ in der Kreuzkirche.

Seit 2003 koordiniert und organisiert die Gruppe umfangreiche Veranstaltungsprogramme und gibt ein eigenes Informationsblatt heraus. Viele Chemnitzer, Kinder und Jugendliche, Künstler und Kultureinrichtungen, Friedensgruppen und politisch Interessierte, sind ihrem Aufruf seit dem gefolgt, unsere Geschichte nicht nur rückblickend, sondern auch gegenwarts- und zukunftsbezogen aufzuarbeiten. Denn auch sechs Jahrzehnte nach dem verheerenden 2. Weltkrieg werden Konflikte und Krisen zwischen Menschen, Völkern und Staaten mit militärischen Mitteln zu lösen versucht. Die Mittel der zivilen Konfliktbewältigung finden dagegen immer noch viel zu selten Anwendung. Sie müssen in allen Bereichen unserer Gesellschaften mit Nachdruck gefördert werden, gerade jetzt, wo die Neonazis nicht mehr nur auf der Straße oder in ihren Läden, sondern auch in sächsischen Parlamenten präsent sind.